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Von Justine Möhl
Die Friedenstaube ist zurück. Auf bunten Buttons wie vor mehr als 20 Jahren. Die Mitglieder des "Aktionsbündnis 15. Februar" tragen sie an ihrem Revers: "Nein zum Krieg gegen den Irak!"
Die Worte rahmen den geographischen Umriss des Irak. Darüber schwebt symbolisch ein Tropfen Öl. Auch Reinhard Mey ist wieder da. Er sieht aus wie immer : mit Lederjacke, Dreitagebart und Nickelbrille sitzt er gestern Mittag im Gewerkschaftshaus des DGB am Wittenbergplatz.
Doch bevor die Pressekonferenz beginnt, gibt es einen Zwischenfall. Ein Mann mit himmelblauem Käppi stürmt in den Saal. Mit seinen Gefolgsleuten entrollt er ein Transparent: "No peace for Saddam! Fight old Europe!". Der Unbekannte zitiert laut ein Flugblatt. Spricht für den Krieg gegen "Giftgasonkel Saddam" und sagt, dass der von der Friedensbewegung angestrebte Frieden nur ein anderer Krieg sei. "Geh doch nach Hause!", ruft jemand. Er geht dann auch.
Dann endlich spricht die Friedensbewegung. Die Demo am Sonnabend gegen den drohenden Krieg im Irak sei die "größte Friedensdemonstration seit 20 Jahren". 50 Gruppen gehören zu dem Bündnis, darunter die Globalisierungsgegner von Attac. Die Veranstalter rechnen mit 80 000 Teilnehmern. Redner seien u. a. der Theologe Friedrich Schorlemmer und Ver.di-Chef Frank Bsirske. Konstantin Wecker und Reinhard Mey wollen singen. Mey spricht jetzt ins Mikro. Er sagt, in diesen Tagen sei ein "dramatischer Punkt" erreicht: "Wir können den Gang der Geschichte ändern." Der Keyboarder der Puhdys, Peter Meyer, sagt: "Krieg ist Scheiße."
Die Polizei erwartet etwa 30 000 Teilnehmer, rechnet mit keinen Zwischenfällen. Über 600 Beamte werden am Sonnabend im Einsatz sein. Sprecher Peter Daube: "Wir wollen zu dem Anlass der Aktion kein Kriegsszenario." Die Demonstration beginnt mit zwei Zügen um 12 Uhr am Alexanderplatz und an der Gedächtniskirche. Abschlusskundgebung ist gegen 15 Uhr am Brandenburger Tor.
Info im Netz
Weitere Informationen zur Demonstration unter www.15februar.de
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