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Millionen gegen Irak-Krieg Weltweiter Massenprotest
Weltweit haben Großdemonstrationen gegen einen möglichen Irak-Krieg
begonnen. Den Auftakt bildeten zehntausende Demonstranten, die sich in
Neuselland und Australien versammelten. Auch in Japan, Südkorea,
Malaysia und Thailand fanden Friedenskundgebungen statt. In Europa und
den USA sind ebenfalls Demonstrationen geplant.
In Berlin setzten sich am Mittag zwei Demonstrationszüge in Bewegung,
die sich um 14.00 Uhr zur Großkundgebung an der Siegessäule
im Tiergarten vereinigen sollten. Die Demonstranten trugen Plakate und
Transparente mit Aufschriften wie: "Kein Bush-Feuer, sonst Flächenbrand",
Nein zum Irak-Krieg" und "Arbeit und Bildung statt Krieg und
Rüstung". Nach Angaben der Veranstalter strömten bis zum
frühen Samstagnachmittag rund 350.000 Teilnehmer zu einer großen
Kundgebung an der Siegessäule, um gegen den drohenden Irak-Krieg
zu protestieren. Die Polizei sprach von rund 200.000 Demonstranten., die
in Hunderten Bussen und Zügen aus dem ganzen Bundesgebiet angereist
waren.
Zu der Demonstration haben Friedens- und Menschenrechtsgruppen, Kirchen,
Gewerkschaften und parteinahe Organisationen aufgerufen. Entgegen dem
erklärten Wunsch von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) kündigten
auch die Minister Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), Renate Künast
und Jürgen Trittin (beide Grüne) ihre Teilnahme an. Auch Bundestagspräsident
Wolfgang Thierse (SPD) wollte sich der Demonstration anschließen.
"Kein Blut für Öl"
Die Kundgebung ist Teil einer weltweiten Protestwelle unter dem Motto
"Kein Krieg in Irak - Kein Blut für Öl", zu der am
Wochenende mehr als eine Million Menschen erwartet werden. Zu der Abschlussveranstaltung
werden unter anderem Verdi-Chef Frank Bsirske, der als Leipziger "Tatort"-Kommissar
Bruno Ehrlicher bekannte Schauspieler Peter Sodann sowie die Liedermacher
Konstantin Wecker, Reinhard Mey und Hannes Wader erwartet.
Auch in anderen Städten in Europa und den USA war am Samstag und
Sonntag zu Demonstrationen gegen einen Irak-Krieg aufgerufen worden. In
London erwartet die Polizei mehr als 500.000 Demonstranten, die auch gegen
die Absicht des britischen Premierministers Tony Blair protestieren wollen,
sich mit 40.000 Soldaten an der Seite der USA an einem Irak-Krieg zu beteiligen.
In Rom meldeten die Veranstalter offiziell zwei Millionen Teilnehmer.
In San Francisco in den USA werden am Sonntag 100.000 Menschen erwartet.
Bereits Anfang November hatten beim "Ersten Europäische Sozialforum"
in Florenz zwischen 500.000 und einer Million Menschen gegen den Irak-Krieg
demonstriert. Weitere Proteste sind in Athen, Madrid, Wien, Budapest,
Prag, Bratislava, Zagreb und Amsterdam geplant.
In den USA rechnen die Veranstalter damit, dass mehrere hunderttausend
Menschen zu der Großkundgebung in New York nahe dem Sitz der Vereinten
Nationen kommen. Einen Demonstrationszug direkt am UN-Gebäude vorbei
hatte die Stadtverwaltung allerdings unter Hinweis auf Sicherheitsbedenken
untersagt. Die Friedensdemonstranten werden auch von Angehörigen
der Opfer vom 11. September 2001 unterstützt.
Zum Auftakt der weltweiten Proteste gegen einen Irak-Krieg waren am Freitag
in Melbourne mehr als 100.000 Australier auf die Straße gegangen.
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