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Bei der größten deutschen Friedensdemonstration seit Jahrzehnten
sind am Samstag in Berlin etwa 500 000 Menschen gegen einen drohenden
Krieg im Irak auf die Straße gegangen.
Die Menschenmenge demonstrierte friedlich bei der Schlusskundgebung an
der Siegessäule. Prominente Politiker wie Bundestagspräsident
Wolfgang Thierse und die Grünen-Minister Jürgen Trittin und
Renate Künast reihten sich in den Protestzug ein. Letztere nahmen
entgegen der Bitte von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) an der
Demonstration teil. Auch PDS-Politiker wie die Bundesvorsitzende Gabi
Zimmer und Berlins Kultursenator Thomas Flierl kamen.
Mit Hunderten grünen Luftballons, Transparenten, Sprechchören
und Musik waren zwei Protestzüge am Mittag vom Alex im Ostteil und
der Gedächtniskirche im Westteil der Stadt zu der Abschlusskundgebung
an der Siegessäule gestartet. Rund 750 Busse aus ganz Deutschland
brachten Kriegsgegner nach Berlin, etliche blieben laut Veranstalter noch
auf den Autobahnen stecken.
Der frühere DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer forderte
die Menschen unter Beifall zu weiterem Widerstand gegen einen drohenden
Krieg auf. "Wir stehen auf gegen diesen Krieg und wir stehen ein
für das Ausschöpfen aller zivilen Möglichkeiten."
ver.di-Chef Frank Bsirske sagte, die Gewerkschaften hätten kein Verständnis
für eine Beteiligung deutscher Soldaten an einem Angriffskrieg gegen
den Irak. "Setzen wir den Kriegstreibern unseren Protest entgegen."
Der evangelische Bischof Wolfgang Huber rief während eines ökumenischen
Friedensgebetes im Berliner Dom vor etwa 3000 Menschen zu einer weltweiten
"Koalition der Friedensstifter" auf. Benötigt werde ein
Geist, der diplomatische Lösungen ermögliche und die Regierungen
von einem Krieg gegen den Irak abbringe.
Der Aufzug wurde von einem Bündnis von über 40 Organisationen
der Friedensbewegung, Gewerkschaften, Kirchen und Parteien organisiert.
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