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In Berlin hat am Samstag eine Großdemonstration gegen einen Irak-Krieg
begonnen. Auch in Ankara, Paris und Rom werden Hunderttausende von Demonstranten
erwartet. In London rechnen die Behörden gar mit dem größten
Protestmarsch der Stadtgeschichte.
Demo in Berlin: Angst vor einem Flächenbrand
Berlin - Am Alexanderplatz war es so voll wie seit der Wende 1989 nicht
mehr. Bei leichtem Schneefall setzten sich am Mittag zwei Demonstrationszüge
in Bewegung, die sich um 14 Uhr zur Großkundgebung an der Siegessäule
im Tiergarten vereinigen sollen. Die Demonstranten trugen Plakate und
Transparente mit Aufschriften wie: "Kein Bush-Feuer, sonst Flächenbrand",
Nein zum Irak-Krieg" und "Arbeit und Bildung statt Krieg und
Rüstung". Polizei und Veranstalter rechneten mit bis zu 100.000
Menschen, die in Hunderten Bussen und Zügen aus dem ganzen Bundesgebiet
angereist waren.
Zu der Demonstration haben Friedens- und Menschenrechtsgruppen, Kirchen,
Gewerkschaften und parteinahe Organisationen aufgerufen. Entgegen dem
erklärten Wunsch von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) haben
auch die Minister Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), Renate Künast
und Jürgen Trittin (beide Grüne) ihre Teilnahme angekündigt.
Auch Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) wollte sich der Demonstration
anschließen.
Die Kundgebung ist Teil einer weltweiten Protestwelle unter dem Motto
"Kein Krieg in Irak - Kein Blut für Öl", zu der am
Wochenende mehr als eine Million Menschen erwartet werden. Zu der Abschlussveranstaltung
werden unter anderem Ver.di-Chef Frank Bsirske, der als Leipziger "Tatort"-Kommissar
Bruno Ehrlicher bekannte Schauspieler Peter Sodann sowie die Liedermacher
Konstantin Wecker, Reinhard Mey und Hannes Wader erwartet.
Weltweite Welle des Protestes
Auch in anderen Städten in Europa und den USA war für Samstag
und Sonntag zu Demonstrationen gegen einen Irak-Krieg aufgerufen worden.
In London erwartet die Polizei mehr als 500.000 Demonstranten, die auch
gegen die Absicht des britischen Premierministers Tony Blair protestieren
wollen, sich mit 40.000 Soldaten an der Seite der USA an einem Irak-Krieg
zu beteiligen.
In Rom rechnen die Veranstalter sogar mit bis zu einer Million Teilnehmer.
In San Francisco in den USA werden am Sonntag 100.000 Menschen erwartet.
Zum Auftakt der weltweiten Proteste gegen einen Irak-Krieg waren am Freitag
in Melbourne mehr als 100.000 und am Samstag in Canberra rund 16.000 Australier
auf die Straße gegangen.
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