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Zu der deutschlandweit größten Friedensdemonstration in Berlin
sind weit mehr Menschen gekommen als ursprünglich erwartet. Auch
in Ankara, Paris und Rom demonstrierten Hunderttausende gegen einen Irak-Krieg.
Berlin - Nach Angaben der Veranstalter strömten bis zum frühen
Samstagnachmittag rund 350.000 Teilnehmer zu einer großen Kundgebung
an der Siegessäule, um gegen den drohenden Irak-Krieg zu protestieren.
Die Polizei sprach von rund bis zu 500.000 Demonstranten. Damit könnte
es eine der größten Friedenskundgebungen werden, die es in
der Hauptstadt je gegeben hat. Teilnehmer sagten, seit der Wende 1989
hätten sie nicht mehr solche Menschenmassen gesehen.
Die Demonstranten trugen Plakate und Transparente mit Aufschriften wie:
"Kein Bush-Feuer, sonst Flächenbrand", Nein zum Irak-Krieg"
und "Arbeit und Bildung statt Krieg und Rüstung". Ein Teilnehmer
hatte seinen Zwillingskinderwagen mit einem Schild mit der AUfschrift
"Wir sind zwei alte Europäer" ausgestattet - eine ANspielung
auf das inzwischen berühmte Zitat des US-Verteidigungsministers Donald
Rumsfeld.
Zu der Demonstration haben Friedens- und Menschenrechtsgruppen, Kirchen,
Gewerkschaften und parteinahe Organisationen aufgerufen. Entgegen dem
erklärten Wunsch von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) haben
auch die Minister Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), Renate Künast
und Jürgen Trittin (beide Grüne) ihre Teilnahme angekündigt.
Auch Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) wollte sich der Demonstration
anschließen.
Die Kundgebung ist Teil einer weltweiten Protestwelle unter dem Motto
"Kein Krieg in Irak - Kein Blut für Öl", zu der am
Wochenende mehr als eine Million Menschen erwartet werden. Zu der Abschlussveranstaltung
werden unter anderem Ver.di-Chef Frank Bsirske, der als Leipziger "Tatort"-Kommissar
Bruno Ehrlicher bekannte Schauspieler Peter Sodann sowie die Liedermacher
Konstantin Wecker, Reinhard Mey und Hannes Wader erwartet.
Weltweite Welle des Protestes
Auch in anderen Städten in Europa und den USA war für Samstag
und Sonntag zu Demonstrationen gegen einen Irak-Krieg aufgerufen worden.
In London erwartet die Polizei mehr als 500.000 Demonstranten, die auch
gegen die Absicht des britischen Premierministers Tony Blair protestieren
wollen, sich mit 40.000 Soldaten an der Seite der USA an einem Irak-Krieg
zu beteiligen.
In Rom rechnen die Veranstalter sogar mit bis zu einer Million Teilnehmer.
In San Francisco in den USA werden am Sonntag 100.000 Menschen erwartet.
Zum Auftakt der weltweiten Proteste gegen einen Irak-Krieg waren am Freitag
in Melbourne mehr als 100.000 und am Samstag in Canberra rund 16.000 Australier
auf die Straße gegangen.
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