|
Berlin erwartet Großdemonstration gegen den Irak-Krieg Der Friedensaufruf beginnt stürmisch. 15 Aktivisten dringen in den Saal im Berliner DGB-Haus ein, in dem eben die Pressekonferenz zur Großdemonstration gegen den Irak-Krieg am 15.Februar begonnen hat. Die Gruppe nennt sich „Kommando Sir Arthur Harris“ (in Nachkriegsdeutschland eher als „Bomber-Harris“ bekannt), zieht ein Transparent hervor („Kein Frieden für Saddam, kämpfe, altes Europa“) und verliest ein krudes Manifest. Daneben stehen die empörten Veranstalter vom „Aktionsbündnis 15. Februar“ und tun nichts. „Keine Gewalt! Lieber raus gehen“, schreit ein Pax-Christi-Vertreter immer wieder. Es lärmt. Die Gruppe aber bleibt unbeirrbar; so machtlos kann Gewaltfreiheit sein. Dennoch sehen sich die Friedensaktivisten gestärkt. Es gehe ein Ruck durch die Friedensbewegung wie lange nicht mehr, sagt Laura von Wimmersperg von der Friedenskooperation Berlin. Man hoffe, dass sich ein Krieg noch verhindern lasse. Am nächsten Samstag werde in Berlin „die erstaunlichste Friedensdemonstration seit den achtziger Jahren“ stattfinden, kündigt Aktionsbündnis-Sprecher Peter Strutynski an. Teilnehmerzahlen nennen die Veranstalter nicht. Doch werde man bereits von mehr als 50 gesellschaftlich relevanten Gruppen unterstützt. Vertreter der Kirchen und Gewerkschaften, Künstler und andere Friedensaktivisten wollen in zwei Demonstrationszügen zur Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor marschieren. Verdi-Chef Frank Bsirske und der Theologe Friedrich Schorlemmer sind als Redner angekündigt. Die Berliner OpernIntendanten wollen ihre Häuser für Veranstaltungen zur Verfügung stellen. Von außerhalb sind mehr als 400 Busse angemeldet. Neben der Berliner Demonstration wird es auch in Istanbul, Tokio, Sydney, Kiew, Paris, Oslo und Warschau Aktionstage gegen einen Irak- Krieg geben.Marten Rolff
|