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Großkundgebung in Berlin
Zehntausende Menschen aus ganz Deutschland haben sich in Berlin zu einer
Demonstration gegen einen drohenden Irak-Krieg versammelt. Auf zwei großen
Plätzen im Osten und Westen der Stadt kamen die Kriegsgegner zusammen.
Die beiden Protestzüge wollen sich an der Siegesäule zu einer
großen Kundgebung vereinigen. Die Polizei erwartet insgesamt bis
zu 100.000 Teilnehmer. Auch in vielen anderen Städten in Deutschland
finden Protestmärsche statt. In Stuttgart gingen rund 20.000 Menschen
auf die Straße.
Auch Minister nehmen teil
An der Berliner Demonstration nehmen auch Bundestagspräsident Wolfgang
Thierse (SPD) sowie Spitzenpolitiker der Grünen teil. Dazu gehören
die Bundesminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Jürgen
Trittin und Renate Künast, sowie die beiden Parteichefs Rainer Bütikofer
und Angelika Beer. Ihre Teilnahme angekündigt hatte auch Entwicklungshilfeministerin
Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte
die Minister zuvor gebeten, den Protesten fernzubleiben. CDU-Generalsekretär
Laurenz Meyer bezeichnete die Teilnahme von Regierungsmitgliedern als
"Verletzung des politischen Stils".
DGB-Chef Michael Sommer erklärte, die Menschen gingen auf die Straße,
weil sie eine friedliche Lösung des Irak-Krise wollten. Der irakische
Diktator Saddam Hussein müsse von den Vereinten Nationen mit friedlichen
Mitteln zur Abrüstung gezwungen werden. Nur so könne verhindert
werden, dass tausende Menschen ihr Leben lassen müssten, amerikanische
GIs genau so wie irakische Soldaten, Männer, Frauen und Kinder.
"Es gibt nur gerechten Frieden, keinen gerechten Krieg"
Zuvor hatte der evangelische Landesbischof Wolfgang Huber im Dom unterstrichen,
es gehe darum, die Regierung zu ermutigen, andere Wege zu gehen, als den
der Gewalt. "Es gibt nur einen gerechten Frieden, aber keinen gerechten
Krieg", unterstrich der Bischof. Zugleich warnte er davor, Kritik
an der Politik der amerikanischen Regierung mit Antiamerikanismus gleichzusetzen.
Zur Abschlusskundgebung werden auch der Bürgerrechtler und Theologe
Friedrich Schorlemmer, der Liedermacher Reinhard Mey und die ostdeutsche
Rockband Puhdys erwartet. Sie gehören zu den Unterstützern des
aus Gewerkschaftsorganisationen, kirchlichen Jugendgruppen und Friedensinitiativen
bestehende Aktionsbündnisses.
Auch international demonstrieren heute Hunderttausende.
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