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Bündnis ruft zu Aktionstag für den Frieden angesichts des drohenden Krieges im Irak auf. Die Veranstalter nennen als politisches Ziel den Abzug der US-Truppen aus der Golfregion
Tausende Menschen aus ganz Deutschland wollen bei einem internationalen "Aktionstag für den Frieden" am 15. Februar in Berlin gegen einen möglichen Irak-Krieg demonstrieren. Zu den Veranstaltern gehören verschiedene Organisationen der Friedensbewegung und Gewerkschaften, Kirchen, Parteien und auch Künstler.
Nach ihren Angaben wird mit weit über 80.000 Teilnehmern gerechnet. Von der Bundesregierung forderen die Veranstalter eine klare politische Linie. Tagespolitisches Ziel der Friedensbewegung sei der Abzug der US-Truppen aus der Golf-Region. Die Deutschen sollten ihren Beitrag leisten, indem sie bei einem deutlichen Nein zum Krieg stünden und keine indirekte Unterstützung betrieben.
Nach Angaben der katholischen Organisation Pax Christi wollen bei dem Friedensmarsch erstmals auch Christen, Muslime und Gläubige anderer Religionen gemeinsam gegen den drohenden Irak-Krieg protestieren. Nach einem ökumenischen Friedensgebet im Berliner Dom werden sie unter dem Motto "Glaubende für den Frieden" einen Demonstrationsblock bilden, hieß es.
Evangelischer Bischof Huber sagt Teilnahme zu
Der evangelische Bischof Wolfgang Huber, der muslimische Scheich Salem el Raffai sowie der Pax-Christi-Generalsekretär Reinhard Voss haben ihre Teilnahme zugesagt. Der Demonstrationszug soll gegen Mittag an zwei Stellen - am Alexanderplatz und am Breitscheidplatz - beginnen und sich von dort in Richtung Brandenburger Tor in Bewegung setzen.
Die Abschlusskundgebung soll entweder vor dem Reichstag oder auf dem Platz des 18. März stattfinden. Die Entscheidung dazu stehe noch aus, hieß es. Als Redner werden Verdi-Chef Frank Bsirske, der evangelische Theologe und ehemaliger DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer sowie die palästinensische Globalisierungskritikerin Sumaya Farhat- Naser erwartet.
Puhdys und Konstantin Wecker singen für den Frieden
Zudem wollen unter anderem die Puhdys, Konstantin Wecker und Reinhard Mey die Ziele der Kriegsgegner mit Auftritten musikalisch unterstützen. Nach Angaben der Berliner Polizei werden während des Protestzuges am Sonnabend mehrere hundert Beamte im Einsatz sein. Mit Zwischenfällen rechnen die Veranstalter allerdings nicht.
Quelle: Süddeutsche Zeitung Politik 12.2.2003
Der Sturm der Friedensbewegung Berlin erwartet Großdemonstration gegen den Irak-Krieg Der Friedensaufruf beginnt stürmisch. 15 Aktivisten dringen in den Saal im Berliner DGB-Haus ein, in dem eben die Pressekonferenz zur Großdemonstration gegen den Irak-Krieg am 15.Februar begonnen hat. Die Gruppe nennt sich „Kommando Sir Arthur Harris“ (in Nachkriegsdeutschland eher als „Bomber-Harris“ bekannt), zieht ein Transparent hervor („Kein Frieden für Saddam, kämpfe, altes Europa“) und verliest ein krudes Manifest. Daneben stehen die empörten Veranstalter vom „Aktionsbündnis 15. Februar“ und tun nichts. „Keine Gewalt! Lieber raus gehen“, schreit ein Pax-Christi-Vertreter immer wieder. Es lärmt. Die Gruppe aber bleibt unbeirrbar; so machtlos kann Gewaltfreiheit sein. Dennoch sehen sich die Friedensaktivisten gestärkt. Es gehe ein Ruck durch die Friedensbewegung wie lange nicht mehr, sagt Laura von Wimmersperg von der Friedenskooperation Berlin. Man hoffe, dass sich ein Krieg noch verhindern lasse. Am nächsten Samstag werde in Berlin „die erstaunlichste Friedensdemonstration seit den achtziger Jahren“ stattfinden, kündigt Aktionsbündnis-Sprecher Peter Strutynski an. Teilnehmerzahlen nennen die Veranstalter nicht. Doch werde man bereits von mehr als 50 gesellschaftlich relevanten Gruppen unterstützt. Vertreter der Kirchen und Gewerkschaften, Künstler und andere Friedensaktivisten wollen in zwei Demonstrationszügen zur Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor marschieren. Verdi-Chef Frank Bsirske und der Theologe Friedrich Schorlemmer sind als Redner angekündigt. Die Berliner OpernIntendanten wollen ihre Häuser für Veranstaltungen zur Verfügung stellen. Von außerhalb sind mehr als 400 Busse angemeldet. Neben der Berliner Demonstration wird es auch in Istanbul, Tokio, Sydney, Kiew, Paris, Oslo und Warschau Aktionstage gegen einen Irak- Krieg geben.Marten Rolff
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